Weiterbildungswochenende vom 27./28. Februar 2027

Von: Martina Albertini | erstellt am: 06.09.2026

Dramaturgie und Stückentwicklung Leitung: Fadrina Arpagaus

Weiterbildungswochenende TAG 2027

Workshop Dramaturgie + Stückentwicklung

Was ist eigentlich Dramaturgie? Und warum ist sie wichtig, damit ein Theaterabend packend, überraschend, verständlich und inhaltlich tiefgreifend wird? Dramaturgie ist in erster Linie Konzeptions- und Prozessarbeit. Sie entwickelt aus Fragestellungen, Themen und Texten ganze Theaterabende. Sie baut Handlungsbögen und entwirft Ablauf, Rhythmus, Form und Bedeutungsebenen einer Inszenierung. Dramaturgie funktioniert ein bisschen wie kochen: Wir beginnen beim Mise en place, diskutieren über die richtigen Zutaten eines Theaterabends, rüsten, lassen köcheln, löschen ab, würzen und richten an. Vielleicht brennt etwas an, vielleicht schmeckt am Ende alles anders als gedacht – und ist trotzdem aufregend lecker.

Die Teilnehmenden des Workshops lernen drei Wege zu einer Inszenierung inkl. den passenden Zutaten kennen: 1. Arbeit mit einem Klassiker, 2. Arbeit mit einem zeitgenössischen (und vielleicht sogar selbstgeschriebenen?) Theatertext, 3. die «Stückentwicklung». Wir fragen, wie wir mit einem klassischen Text arbeiten können, ohne dass er Gähnen auslöst, sondern im Gegenteil vor Aktualität glitzert. Wir lesen in zeitgenössische Theatertexte rein und diskutieren sie. Und schliesslich konzipieren wir gemeinsam eine so genannte «Stückentwicklung»: Wie entsteht aus einem Thema oder einer brennenden Gegenwartsproblematik schliesslich ein Theaterstück, wenn es noch keinen Text, aber viele Fragen gibt? Wie werden dafür Texte entwickelt, geschrieben, recherchiert, improvisiert, collagiert? Der Workshop liefert einen Baukasten an konzeptionellen und prozessbegleitenden Tools für die praktische Theaterarbeit.

Fadrina Arpagaus

Fadrina Arpagaus (*1980 in Zürich) studierte Germanistik und Philosophie in Zürich und Berlin sowie Geschichte und Theorie der Architektur an der ETH Zürich. Sie war mehrere Jahre als feste Dramaturgin am Theater Basel und am Theater Neumarkt Zürich engagiert und arbeitete frei als Journalistin, Texterin und als Dramaturgin der Berliner Opernkompagnie Novoflot. 2015-2017 leitete sie das Veranstaltungsprogramm des Zürcher Debattierhauses «Karl*a der*die Grosse» mit Fokus auf gesellschaftspolitische Gegenwartsthemen, bevor sie feste Engagements als Dramaturgin an die Bühnen Bern und ans Schauspielhaus Zürich führten. 2022-2025 co-leitete Fadrina Arpagaus das Schweizer Autor*innenförderprogramm DRAMENPROZESSOR. Seit 2024 arbeitet sie als freie Dramaturgin, unterrichtet im MA / BA Dramaturgie und Regie an der Zürcher Hochschule der Künste und leitet zusammen mit Philine Erni das Festival PLAY neue schweizer theatertexte.